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Putzarten

Mineralische Innenputze

Innenputz Innenputz

Hauptbindemittel für mineralische Innenputze sind Lehm, Gips, Kalk, oder Zement. Mineralische Innenputze haben ein feinporiges, diffusionsoffenes Gefüge und können Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und wieder an die Luft abgeben. Diese Eigenschaft trägt maßgeblich zu einem ausgeglichenen Raumklima bei. Die optimale Wirkung erzielt man, wenn die erforderlichen Schichtdicken (siehe Tabelle) eingehalten werden. Natürlich darf die Diffusionsfähigkeit der Putze nicht durch Beschichtungen oder Wandbekleidungen eingeschränkt werden. Mineralische Innenputze sind lösemittelfrei und nicht brennbar und geben keine schädlichen Stoffe an die Raumluft ab.

Putz Mittlere Putzdicke in mm
Innenputz (bei mehrlagigem Innenputz, Dicke des Systems aus Unter- und Oberputz) 15 (an einzelnen Stellen darf die mittlere Putzdicke um bis zu 5 mm unterschritten werden)
Einlagiger Innenputz aus Werk-Trockenmörtel 10 (an einzelnen Stellen darf die mittlere Putzdicke um bis zu 5 mm unterschritten werden)
Dünnlagenputz (innen) Putzdicke bis 6 mm, an einzelnen Stellen bis minimal 3 mm
Putzdicken für Innenputze (aus: IWM – Leitlinien für das Verputzen von Mauerwerk und Beton)

Durch abgestimmte Sieblinien der eingesetzten Sande und Feinanteile lassen sich unterschiedlichste Putzoberflächen herstellen. Gefilzten Oberflächen ermöglichen es der eingesetzten Sandkörnung als Gestaltungselement in den Vordergrund zu treten, während geglätteten Oberflächen ein ebenes Erscheinungsbild erzeugen. Diese Oberflächen eignen sich besonders als Untergrund für dekorative Beschichtungen, wie z. B. unterschiedliche Anstriche, Oberputze oder Tapeten.

Oberflächenstrukturen mit Tiefenwirkung

Innenputz Innenputz Innenputz Innenputz Innenputz
  • Gipsputze
  • Gipsputze sind als Innenputz sowie als Innendeckenputz für trockene Räume und Feuchträume geeignet. Für Nassräume hingegen müssen Putze gegen langzeitig einwirkende Feuchtigkeit beständig sein. Gipshaltige Putze dürfen daher nicht in Nassräumen eingesetzt werden, da Gips als Bindemittel ungeeignet für dauerhaften Feuchteeintrag ist.

    Generell werden bei Gipsputzen Gips (auch als Calciumsulfat bezeichnet) und Kalkhydrat als Bindemittel eingesetzt. Unterschieden werden Gipsputze vorwiegend nach dem Gehalt dieser Bindemittel:

    Gips-Putztrockenmörtel oder Gipsleicht-Putztrockenmörtel Besteht aus mindestens 50 % Calciumsulfat als Hauptbindemittel und nicht mehr als 5 % Kalkhydrat (Bezeichnung nach DIN EN 13279-1: B 1 oder B 4) Gipshaltiger Putztrockenmörtel oder gipshaltiger Leicht-Putztrockenmörtel Besteht aus weniger als 50 % Calciumsulfat als Hauptbindemittel und nicht mehr als 5 % Kalkhydrat (Bezeichnung nach DIN EN 13279-1: B 2 oder B 5) Gipskalk-Putztrockenmörtel oder Gipskalkleicht-Putztrockenmörtel Besteht aus dem Hauptbindemittel Calciumsulfat und mehr als 5 % Kalkhydrat (Bezeichnung nach DIN EN 13279-1: B 3 oder B 6) Gipstrockenmörtel für Putz mit erhöhter Oberflächenhärte Putzmörtel zur Herstellung von Putz, für den eine erhöhte Oberflächenhärte gefordert wird (Bezeichnung nach DIN EN 13279-1: B 7)

  • Kalkputze
  • Das Bindemittel von Kalkinnenputzen ist hydraulischer Kalk und/oder Luftkalk (zum Abbinden ist CO2 und eine geringe Feuchte nötig). Kalkputze werden auch als „Kalk-Leichtputze“ angeboten und sind geeignet für Räume mit normaler Luftfeuchte sowie für häusliche Küchen und Bäder.

  • Kalkzementputze
  • Die Bindemittel von Kalkzementputzen sind üblicher Weise hydraulischer Kalk und/oder Luftkalk und Zement. Kalkzementputze sind feuchtebeständig und deshalb auch für die Verwendung in Feucht- und Nassräumen geeignet. Sie binden auch auf feuchten Untergründen ab und sind fester als reine Kalkputze. Die Festigkeitseigenschaften können sehr kontrolliert eingestellt werden.

  • Zementputze
  • Das Bindemittel Zement definiert den Zementputz. Diese werden nur in besonderen Fällen im Innenbereich angewendet, z. B. Umgebungen mit außergewöhnlichen Feuchtebelastung oder wenn eine hohe Festigkeit verlangt wird. Zementputze entwickeln hohe Druckfestigkeiten (i. d. R. > 6 N/mm²), sind infolge dessen sehr dicht und kaum verformungsfähig. Sie können ausschließlich auf dafür geeigneten Untergründen, z. B. Betonwänden, zur Anwendung kommen.

  • Mineralische Edelputze (Dekorputze)
  • Mineralische Edelputze zieren nicht nur äußere Fassaden, sondern werden immer häufiger zur Gestaltung von Innenräumen eingesetzt. Die weiße oder farbige Oberfläche in der gewählten Struktur bilden eine charaktervollen Wandgestaltung. Mineralische Edelputze für außen sind in der Regel ohne Einschränkungen auch im Innenbereich einsetzbar.

  • Lehmputze
  • Lehmputze werden entweder als erdfeuchte oder trockene Mischung geliefert und auf der Baustelle mit Wasser gleichmäßig aufbereitet. Ihre Festigkeit erhalten sie durch Austrocknung. Lehmputze werden für mechanisch gering beanspruchte Wand- und Deckenflächen im Innenbereich eingesetzt, sind geeignet für Räume mit normaler Luftfeuchte, auch für häusliche Küchen und Bäder mit Ausnahme des spritzwasserbelasteten Bereiches. Aufgrund Ihrer Zusammensetzung sind sie nicht geeignet für Räume mit dauerhaft hoher Luftfeuchte und Nassräume.

Innenputz Putz mit ausreichend Wasser anrühren.
Innenputz Putz auf die Kelle auftragen.
InnenputzPutz auf die Wand auftragen.
Innenputz Putz mit der Kelle in kreisenden Bewegungen auftragen, um eine gleichmäßige Struktur zu erhalten.

Organische Innenputze

Putze mit organischen Bindemitteln für den Innenbereich stehen in großer Farbton-, Struktur- und Körnungsvielfalt zur Verfügung. Da hier überwiegend der dekorative Charakter ausschlaggebend ist, bezeichnet man diese Putze auch als Dekorputze.

  • Dispersions-Silikatputz (Silikatputz)
  • Silikatputze haben Kaliwasserglas als Bindemittelbasis, sind aber zusätzlich mit einer Polymerdispersion vergütet, um Farbtonstabilität und Haftungseigenschaften zu verbessern. Anders als bei der reinen Trocknung durch Verdunsten geht das Kaliwasserglas eine chemische Verbindung mit dem Untergrund ein und haftet ausschließlich auf verkieselungsfähigen Untergründen wie mineralischen Putzen, Faserzement oder Beton. Silikatputze dürfen nur mit anorganischen, alkalibeständigen Pigmenten eingefärbt werden, und bieten eine gute Wasserdampfdurchlässigkeit bei geringer Verschmutzungsneigung.

  • Dispersionsputz (Kunstharzputz)
  • Bindemittel sind bei diesen Putzen Polymer-Dispersionen oder Harze. Kunsharzputze trocknen rein durch Verdunstung der Wasser- und Lösemittelanteile und bieten einen hohen Wetterschutz, haben aber gegenüber mineralischen Putzen eine deutlich reduzierte Wasserdampfdurchlässigkeit und eine erhöhte Quellneigung.

Quelle Text und Bild: SAKRET


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